Unsere Sprecherin Anna Svec in Pro und Contra auf Puls 4

Teuerungen, Energiekrise und Rechte auf der Straße. LINKS-Sprecherin Anna Svec war bei Pro & Contra auf Puls 4 zu Gast und hat dort mit Männern über die aktuellen Krisen diskutiert.

Wir haben ihre Aussagen für euch zusammengefasst. Die ganze Sendung könnt ihr außerdem hier nachschauen.

Es geht um die Lebensrealität der Menschen

Und um nicht weniger. In der Lebensrealität der Menschen geht es um Existenzen, um Würde und ums Überleben. Inmitten von den sogenannten multiplen Krisen und zwischen Preisdeckeln und Übergewinnsteuern geht oft die Wirklichkeit, die das System für die Menschen, die darin leben, schafft, unter. Eine Wirklichkeit, die von Ungleichheit geprägt ist. Doch das müsste nicht so sein. Eine andere Welt ist möglich. Mit einem System, in dem Reichtum gerecht verteilt wird und Vermögen nicht bei den Reichsten liegen bleibt. Radikale Zeiten – wie die heutigen – brauchen radikale Antworten – wie unsere.

Wir brauchen eine Energiegrundsicherung

Die jetzigen Teuerungen sind ein gutes Beispiel dafür, dass die Liberalisierung der Energieunternehmen nicht funktioniert. Was es deshalb braucht ist eine Vergesellschaftung. Eine Gesellschaft müsste dann entscheiden können, dass etwa eine Energiegrundsicherung eingeführt wird. Das bedeutet, dass ein Grund-Kontingent an Energie kostenlos zur Verfügung gestellt wird. Das wird es brauche, damit Menschen über den Winter kommen.

Das Problem mit den Lohnnebenkosten

Bei Diskussionen um Löhne kommen immer wieder die Lohnnebenkosten ins Spiel. Aber wer zahlt drauf, wenn wir die Lohnnebenkosten senken? Gerade jetzt, wo so viele Menschen in eine existentielle Krise schlittern, müssen wir genauer hinschauen, wie die Dinge gegenfinanziert werden. Bei der Senkung der Lohnnebenkosten zahlt wieder die Allgemeinheit drauf. Menschen müssten erst recht dafür zahlen, dass längst überfällige Lohnerhöhungen kommen. Die Kosten für die Krise dürfen nicht von den Menschen gezahlt werden, deren Reallöhne sowieso seit Jahren sinken. Wir glauben eher, dass es sogar eine Lohnerhöhung von 15% brauchen wird, statt den geforderten 10, denn die Prognosen zeigen weitere Preissteigerungen.

Das wirklich radikale ist die Wirklichkeit

Die Wirklichkeit, wie wir sie gerade erleben, ist radikal. Die nächsten Monate werden radikal. Ein profitorientiertes Wirtschaftssystem ist radikal. Für die radikalen Probleme braucht es radikale Antworten. Das System schafft eine radikale Wirklichkeit, in der Menschen erkennen, dass sich etwas ändern muss.

Rechte Politik gehört bekämpft

Rechte Aufmärsche wird es weiter geben. Aber Rechte haben kein Interesse an Veränderung. Sie nutzen Situationen um zu spalten. Rechte sind aber nicht nur auf der Straße, sie sitzen auch in Machtpositionen. Es gibt überall rechte Politik und die gehört bekämpft.

Vermögen umverteilen statt Einmalzahlungen

Eine €500,- Einmalzahlung sind nichts als Almosen, gerad wenn Menschen wirklich existentielle Schwierigkeiten haben. Wenn wir stattdessen auch nur 1% der 175 Milliarden Euro, die die 100 reichsten Österreicher*innen gemeinsam besitzen, als Steuer einnehmen und an Menschen auszahlen, die damit über den Winter kommen können, würden das die Reichen nicht einmal spüren. Wir müssen deshalb darüber reden, wie wir mit einer sozialen Krise umgehen, die aus einem so unfairen System entsteht. Es ist nie eine schlechte Politik, von Vermögenden umzuverteilen. Die soziale Krise bahnt sich schon lange an und muss von Grund auf bekämpft werden.

Das war das Volksstimmefest 2022 mit LINKS

Alte und neue Genoss*innen treffen, plaudern, über die Inflation diskutieren, ein bisschen feiern, sich vernetzen und dich kennenzulernen – das war unser Volksstimmefest 2022!

Wir wollen uns bei allen bedanken, die mitgeholfen, uns besucht und mit uns gefeiert haben. Danke, dass du und ihr dieses Fest großartig und schön gemacht habt. Wir freuen uns jetzt schon auf nächstes Jahr und können es kaum abwarten, dich wiederzutreffen!

Mehr Eindrücke findet ihr wie gewohnt auf unseren Social Media Kanälen.

Julia Richter

„Ich bin am Land aufgewachsen, da gab’s nicht viel. Als Jugendliche haben wir uns am Spielplatz oder auf der Tankstelle getroffen. Mit 17 bin ich dann nach Wien, obwohl meine Oma mich immer gewarnt hat, dass Wien so eine arge Stadt ist. Ich wollte Soziale Arbeit studieren, bin aber abgelehnt worden- zu jung, zu wenig Erfahrung. Die hab ich mir dann im Weberknecht Keller geholt, als Kellnerin. An den Wochenenden hab ich beim CanisiBus Suppe ausgeschenkt. Bier und Suppe. Politik, das haben in meiner Welt immer die Anderen gemacht. 

Ich hab dann Komparatistik studiert und später Schauspiel in Graz. Vielleicht weil ich als Kind öfter den Hirten im Krippenspiel gegeben hab. Segen und Fluch. Nach den ersten Jahren im Beruf hab ich schnell gemerkt, dass die Institutionen in denen ich arbeite, das, was ich mir davon erhofft hatte, nicht hergeben. Dass die Darstellungsformen und die Arbeitsbedingungen oft noch in der Mitte des 20.Jhds stecken geblieben sind. Ich glaube daran, dass Kunst eine transformative Kraft hat und dass ein Akt des Widerstands häufig auch etwas sehr performatives hat. Aber dass man- um etwas zu verändern- auch aus den Institutionen raus muss. Schon allein deshalb, weil sich diese Kunst nur noch ein immer kleiner und privilegierter werdender Teil der Menschen leisten kann. 

So bin ich dann auch zu LINKS gekommen. Ich war zurück in Wien, es war Lockdown und ich hab gelesen, dass es eine neue linke/queerfeministische Partei gibt. 

Der Queerfeminimus war bei mir auch so eine Initialzündung. Und über Autorinnen wie Federici bin ich dann bei Marx gelandet. Die „kapitalistische Akkumulation“ hat mir eine Freundin betrunken am Balkon erklärt. Sie hat das Kapital aufgeschlagen wie eine Bibel.

Ich mag, dass ich mich bei LINKS nicht für einen Kampf entscheiden muss. Dass zb der Kampf für mehr konsumfreie Räume genauso Platz hat, wie der Kampf für die Rechte von FLINTAs. Dass diese Kämpfe zusammen gehören und der Eine dem Anderen nichts wegnimmt. Und dass ich dabei so viele spannende Menschen und Verbündete finde.“

Julia Franz ist: Queerfeministin und Schachperformerin. Julia ist LINKS.