Gesundheit

GESUNDHEIT FÜR EIN KRANKES SYSTEM

Gesundheit hat nichts mit Verdienst zu tun. Niemand hat Krankheit verdient, niemand hat das Recht, an Gesundheit und Krankheit anderer zu verdienen. Und auch die eigene Gesundheit muss nicht erst verdient werden – sie steht allen zu. Sie zu gewährleisten, ist eine gesamtgesellschaftliche Verantwortung.

Einerseits sollte Geld weder bestimmen, wie lange es braucht, einen CT-Termin zu bekommen, Fachärzt*innen zu besuchen, menschenwürdige Pflege im Alter zu erlangen, noch wie lange man überhaupt lebt.

Für das Sicherstellen der Gesundheit aller sind nicht nur ärztliche, sondern vor allem auch pflegerische Leistungen essenziell. Das bedeutet auch, dass Pflege, insbesondere außerhalb des Krankenhauses allen Menschen zugänglich und ausfinanziert sein muss.

Einerseits unterliegen die Sozialversicherungsbeiträge einer Höchstbeitragsgrundlage. Andererseits sind die Selbstbehalte festgesetzte Beträge und somit für alle gleich – egal, wie viel sie verdienen. Das stellt eine massive Mehrbelastung für Menschen mit geringerem Einkommen dar. Gerade im Bereich der Rezeptgebühren gibt es massive Ungleichbehandlungen und Belastungen für finanziell Schwache. Die angeblichen Rezeptgebührenbefreiungen greifen in der Praxis nicht und sind auch nicht zielsicher.

Arbeiter*innenmedizin

In unserer Leistungsgesellschaft macht Arbeit oft krank. Besonders unentgeltliche Arbeit: Care- und Pflegearbeit, die in der bestehenden kapitalistischen Weltordnung meist von Frauen bzw. FLINTA*-Personen bewerkstelligt wird, stellt eine enorme psychische und physische Belastung dar.

Aber auch die Lohnarbeit bedingt körperlichen und geistigen Stress, geht oft mit Schadstoffbelastung einher, führt zu Verspannungen und Abnützungen und sehr häufig auch zu psychischer Beeinträchtigung.

Sexualität

Die Gesundheitsdefinition der WHO aus der Ottawa-Charta (1986) von Gesundheit als „Zustand vollkommenen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens und nicht allein (als) das Fehlen von Krankheit und Gebrechen” bedeutet auch ein gesundes Verhältnis zur eigenen Sexualität. Außerdem ist ein niederschwelliger Zugang zu Verhütungsmitteln eine Voraussetzung zu einem freien Ausleben dieser.

Unser Detailprogramm

Unsere genauen Forderungen kannst du im Detailprogramm nachlesen. Das PDF gibt’s hier zum Download. Bei Fragen und Anmerkungen kannst du uns gerne hier kontaktieren.

GESUNDHEIT UND DROGEN

Drogen, egal ob legale oder illegale, sind im Alltag der österreichischen Gesellschaft allgegenwärtig. Auch der Handel mit per Gesetz illegalen Substanzen floriert und kann mit der seit Jahrzehnten gescheiterten Prohibitionspolitik nicht bekämpft bzw. eingedämmt werden. Wirft man einen genauen Blick auf dieses Themenfeld, so mag die Einteilung in Illegales und Legales relativ schnell als äußerst willkürlich erscheinen. Alkohol und Tabakkonsum (Nikotin) werden als Form von „kulturellem Gut“ inkludiert. Diese Einteilung sagt dennoch nichts über die Gefährlichkeit bzw. das Schadenspotenzial dieser Substanzen aus. Platz 1 auf der Rangliste der gefährlichsten Drogen einer internationalen Studie3 geht an die Substanz Alkohol, welche noch vor Heroin ein umfassendes Spektrum an körperlichen, psychischen und sozialen Schäden mit sich bringt. Tabak liegt ebenfalls weit vorn (Platz 6). Diese beiden, als Kulturgut verankerten Substanzen, haben laut dieser Einteilung ein höheres Schadenspotenzial als beispielsweise Cannabis (Platz 8), Ecstasy/MDMA (Platz 17) oder LSD (Platz 19). Eine logische Antwort darauf lässt sich also in der bisherigen Drogenpolitik auf den ersten Blick nicht erkennen.

Suchterkrankungen sind keine Straftaten

Suchterkrankungen werden in Österreich wie eine Straftat behandelt. Konsument*innen von Rauschmitteln werden diskriminiert und diskreditiert. Polizist*innen dehnen Gesetze aus, um Konsument*innen aus ihren Heimen zu holen und zu stigmatisieren, oder im öffentlichen Raum zu schikanieren.

Bei der Gesetzgebung in Österreich gibt es Ungereimtheiten, was beispielsweise den Anbau von Cannabis bzw. den Besitz von Pflanzen und deren Konsum angeht. Es soll nicht auf die Polizist* innen ankommen, die eine Person kontrollieren, sondern es braucht eine flächendeckende einheitliche und gerechte Drogenpolitik, die allen Menschen in der Gesellschaft gerecht wird. Aufgrund der restriktiven Drogenpolitik und der Kriminalität, die damit einhergeht, werden Minderheiten und Menschen mit sozialen Problemen weiter marginalisiert und diffamiert.

Querthemen

In allen unseren Programmpunkten legen wir besonderen Fokus auf unsere Querthemen. Hier findest du weiter Informationen zu unseren Positionen dieser Themen und wie sie unsere anderen Inhalte und Aktionen beeinflussen.

FLINTA*

FLINTA* bezeichnet Frauen, Lesben, intersex Personen, nicht-binäre Personen, trans und agender Personen.

Migra

Wer in Wien wohnt, weiß, dass 30 % der Stadtbevölkerung keine österreichische Staatsbürger*innenschaft haben.

Klima

Die multiplen ökologischen Krisen, allen voran die Klimakrise, sind für die ganze Welt, und damit auch für uns Linke, einige der größten Herausforderungen, vor denen wir gerade stehen.

Antikap

Wien wäre reich genug, um alles zu finanzieren, was wir für ein gutes Leben brauchen. trotzdem sind Abhängigkeit, Druck, wirtschaftliche und soziale Unsicherheit Alltag für fast alle.


Keine geplanten Veranstaltungen