Drei Tage in Bihać: LINKS-Sprecherin Diana begleitet SOS Balkanroute

Bereits 2025 wurden unsere LINKS Sprecher*innen von SOS Balkanroute eingeladen, eine gemeinsame Reise nach Bihać zu unternehmen. Dieses Jahr hat es geklappt.
Am 7. Juli haben Amela und Diana mit unserer Social-Media Angestellten Dione und den anderen Reisenden getroffen, um die circa sechs stündige Autofahrt (einschließlich Pausen) anzutreten.
Diana hat sich bereit erklärt, Amela und Dione gemeinsam mit Ishraga Mustafa Hamid, Alev Korun, Ernst Schmieder und selbstverständlich Pero (auch bekannt als Petar Rosandic bzw. Kid Pex) von SOS Balkanroute in den Süden zu fahren. Über Spielfeld, Slowenien und Kroatien ging es an die EU-Außengrenze wo der silberne SOS-Balkanroute Kleinbus von den kroatischen Grenzbehörden einer Sonderbehandlung unterzogen wurde.
Alle Angehörigen der siebenköpfigen Reisegruppe mussten ihre Taschen kontrollieren lassen, während der restliche Reiseverkehr lediglich einer Personalienkontrolle unterzogen wurde.
Die Verzögerung von 40 Minuten war verkraftbar, der Weg von Izačić nach Bihać ist ja nicht weit. Trotzdem ist anzumerken, dass es sich hier eigentlich um eine Schikane gehandelt haben muss.
Bereits bei der Anreise hatten Amela, Pero und Ernst viele Sachen über die jahrelange Belagerung Bosniens in den Neunziger Jahren zu erzählen und beleuchteten Hintergründe, die in der österreichischen Mehrheitsgesellschaft oft keine Beachtung finden.
Insgesamt hat das LINKS Team drei Tage mit der Reisegruppe verbracht, neben An- und Abreisetag blieb also ein voller Tag, um gemeinsam mit Pero die Lage auszuchecken. Wir durften Cera und Asim kennenlernen, die mit unermüdlichem Einsatz die Verpflegung der Flüchtenden beim Grenzgang zwischen Bosnien und Kroatien sicherstellen. Sie erzählten uns, wie die kroatische Polizei Pushbacks seit vielen Jahren mit gewachsener Routine durchführt. Sie erzählten, wie Geflüchtete in Containern gesammelt werden, bevor in Gruppen bis zu 50 Leuten durch den Grenzfluss Korana zurück nach Bosnien getrieben werden. Es kommt oft zu massiver Gewalt, die Helfer*innen finden die Geflüchteten oft mit blauen Flecken oder schlimmen Verletzungen. Handies und Schuhe werden ihnen immer abgenommen bzw zerstört. Die Betreuung durch die von SOS-Balkanroute und Rotem Kreuz gebildeten Konvois ist daher ausgesprochen wichtig. Bei der Grenzfahrt gemeinsam mit dem LINKS Team wurde allen Menschen, die am Straßenrand angetroffen wurden Wasser, Lunchpakete, neue Schuhe, Rucksäcke und andere erforderliche Dinge angeboten.
Die Korana ist im Sommer ein beinahe idylisches Bächlein. Die selbe Art von Pushback findet allerdings auch im Winter statt, wo der Fluss einen Wasserstand von zwei Meter hat und natürlich eisige Temperaturen aufweist. Seit 2018 sind zumindest 10 Geflüchtete bekannt, die in der Korana verstorben sind. Forensische Studien ordnen für diesen Zeitraum dem Fluß noch bis zu 15 weitere Opfer von den über Hundert in Grenzflüssen zwischen Bosnien und Kroatien ertrunkenen zu.
Auch die medizinische Versorgung im Grenzbereich ist zweifelhaft. Oft helfen gerufene Taxis schneller als die Rettung, leider ist aber vor allem Erste Hilfe durch die Helfer*innen von SOS-Balkanroute ständig erforderlich.
Wir danken der SOS Balkanroute-Crew für ihren tapferen Einsatz gegen das Pushback-Regime und die Einblicke in ihre Arbeit. Wir rufen alle Leser*innen auf, sich durch Geld und Sachspenden zu beteiligen.
Rucksäcke, Handies, Socken und Schuhe, sowie Geld für Instantnudeln, Getränke und Lunchpakete sind bestimmt gern gesehen.
Für weitere Fragen steht Diana (djanaleah@links.wien) gern zur Verfügung.
Bleibt Tapfer!