Das LINKS „Pfandrad“ Projekt

Viele Dosen mit Pfand landen immer noch im Müll. Bedürftige, die diese sammeln, müssen in den Mistkübeln wühlen und können sich dabei verletzen. LINKS hat in vielen Bezirken Pfandringe bei Mistkübeln beantragt, diese will die Stadt Wien jedoch nicht. Deshalb montieren wir Bierkisten als Pfandablage auf Fahrräder, die im öffentlichen Raum legal stehen dürfen. Dadurch ermöglichen wir ein würdevolles und sicheres Sammeln für die Menschen, die es brauchen.

Unsere ersten Pfandräder stehen am Donaukanal, wo in der warmen Jahreszeit sehr viele Menschen ihre mitgebrachten Getränke genießen. Wir wollen das Pfandrad System aber in der ganzen Stadt etablieren, wo Menschen ohne Konsumzwang abhängen. Um das zu verwirklichen, freuen wir uns über eure Spenden an alten (zumindest optisch fahrtüchtigen) Fahrrädern, Bierkisten und Nummernschlössern! Schreibt gern an pfandrad@links.wien, wenn ihr uns was bringen könnt oder selbst aufstellen wollt.

Die Hintergründe im Detail:
Seit Jänner 2025 gibt es in Österreich das Einwegpfandsystem auch für Alugetränkedosen und Plastikflaschen. Aber nicht alle bringen die Einweggebinde zum Supermarkt zurück, vieles wird im Müll entsorgt. Vor allem Personen, die unterwegs sind, ihre Zeit im Park verbringen oder es eilig haben entsorgen ihr Pfand im Mistkübel anstatt im Supermarkt. Dieses Pfand wird dann von sogenannten Pfandsammler*innen ein und abgesammelt.

An den Pfandrädern können Einweggebinde für jene deponiert werden, die Pfanddosen und -flaschen sammeln, diese zurückgeben und damit etwas Geld erhalten. Das System des Pfandrings hat sich bereits in verschiedenen Städten und Ländern bewährt. Insbesondere in den skandinavischen Ländern hat sich diese Form des Pfandparkens erfolgreich in der Alltagskultur etabliert. Andere österreichische Städte wie Graz, Salzburg, Linz und Innsbruck haben bereits Pilotprojekte gestartet.

In Wien ist eine Einführung von Pfandringen laut MA48 und Stadtrat Jürgen Czernohorszky derzeit nicht vorgesehen: Es sprechen vor allem optische Gründe, Hygienebedenken sowie das Vermeiden von Müll-Chaos und Wespenplagen dagegen. Zudem wird argumentiert, dass diese Systeme „sozial nicht treffsicher“ seien.

Bei LINKS sehen wir in den Pfandringen vor allem einen sozialen Aspekt. Weil es leider so ist, dass es Menschen gibt, die darauf angewiesen sind, dieses kleine Geld, das bei der Pfandsammlung anfällt, einzusammeln. Und es ist sowohl würdevoller als auch gesundheitlich sicherer für diese Menschen, wenn sie nicht im Müll anderer Menschen wühlen müssen, sondern das direkt mitnehmen können und das auch ohne Beschmutzung oder Gesundheitsgefährdung machen zu können.